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Räuber-Beute-Beziehung / Modell

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Sonntag, 20. Juli 2014 um 19:49 Uhr

Mit der Räuber-Beute Beziehung befassen wir uns in diesem Artikel. Dabei erklären wir euch, was man unter dem Räuber-Beute Modell versteht und wie es funktioniert. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Biologie bzw. Ökosysteme.

In der Biologie untersucht man das Verhalten zwischen verschiedenen Lebewesen. Dabei ist man auf ein Phänomen gestoßen, dass als Räuber-Beute Modell in den Büchern der Biologie aufgeführt wird. Dahinter verbirgt sich folgende Vorstellung: In einem Lebensraum befindet sich eine dominante Tierart ( Räuber ), die eine andere Tierart frisst ( Beute ). Man geht dabei davon aus, dass sich sich die Räuber primär von dieser einen Art Beute ernährt.

Die Räuber und die Beute sind somit voneinander abhängig. Die Anzahl der Räuber steigt, wenn die Anzahl der Beutetiere hoch ist, da viel Nahrung für die Räuber zur Verfügung steht. Da sich die Anzahl der Räuber durch mehr Nahrung vergrößert wird immer mehr Beute gejagt und der Bestand der Beute sinkt. Da nun weniger Beute verbleibt,  haben die Räuber weniger Nahrung und deren Bestand schrumpft. Durch weniger Räuber kann nun der Bestand der Beute wieder steigen. Dieses Räuber-Beute-Schema kann auch grafisch dargestellt werden. Das folgende Bild zeigt, wie man den eben genannten Text mathematisch darstellt:

Räuber Beute Beziehung

Bild 1: Das Räuber-Beute-Prinzip zeigt, dass sich die Anzahl der Räuber erhöht, wenn viel Beute zu fressen ist. Die Anzahl der Räuber sinkt, wenn wenig Futter vorhanden ist.

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Räuber Beute Beispiel

An einem Beispiel soll das Räuber-Beute-Schema verdeutlicht werden: In der Natur jagen Marienkäfer Zitrusschildläuse. Dabei steigt die Anzahl der Marienkäfer sobald diese sehr viele Zitrusschildläuse fressen können. Die Anzahl der Zitrusschildläuse sinkt dabei, so dass die Marienkäfer weniger zu fressen haben. Dies führt zur Reduktion des Bestandes bei den Marienkäfer, so dass sich die Zitrusschildläuse wieder vermehren können. Dieser Prozess wiederholt sich permanent, was man auch der Grafik zum Räuber-Beute-Schema entnehmen kann.


Lotka-Volterra-Gesetze

Die Mathematiker Lotka und Volterra haben sich um eine Beschreibung des Räuber-Beute Modells bemüht und dabei die folgenden drei Gesetze definiert:

  1. Die Populationsdichten schwanken periodisch und sind zeitlich zueinander verschoben
  2. Die über genügend lange Zeiträume gemittelten Größen der Räuber- bzw. Beutepopulation sind konstant. Die Größe der Mittelwerte hängt nur von den Wachstums- und Schrumpfungsraten der Populationen, nicht aber von den Anfangsbedingungen ab.
  3. Je mehr Beute vorhanden ist, desto mehr Räuber können sich ernähren. Bei einer starken Verminderung der Anzahl von Räuber und Beute erholt sich die Population der Beute schneller als die der Räuber.

Hinweis: Das Räuber-Beute-Schema bzw. die Lotka-Volterra-Gesetze sind eine ideale Vorstellung, die es so in der Natur eigentlich nicht gibt, die jedoch einen grundlegenden Zusammenhang zwischen Räuber und Beute ersichtlich macht. In der realen Natur haben weitere Faktoren Einfluss auf die Anzahl der Tiere. So fressen viele Räuber verschiedene andere Tiere und nicht nur eine einzige Art. Außerdem entsteht so genannter Stress bei einer Art, wenn deren Anzahl an Individuen stark zunimmt. Und nicht zuletzt hat auch der Mensch Einfluss auf die Anzahl der Tiere eine Art, zum Beispiel durch die Jagd. Dennoch ist das Räuber-Beute-Schema bzw. die Volterra-Gesetze eine gute Möglichkeit um den Zusammenhang zwischen Räuber und Beute grundlegend zu beschreiben.

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