Verhalten

Mit dem Verhalten von Menschen und Tieren beschäftigen wir uns in diesem Artikel der Biologie. Zuvor definieren wir jedoch erst einmal, was man unter dem Begriff "Verhalten" in der Biologie überhaupt versteht.

Schon seit Jahrtausenden beobachtet der Mensch seine Umgebung. Wie reagieren bestimmte Tiere? Wie kann man am Besten auf Jagd gehen? Wie verhält sich ein Mensch gegenüber einem anderen Menschen? Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist aus dieser Art des Beobachtens eine eigene Wissenschaft entstanden. Diese wird als Verhaltensbiologie bzw. Ethologie bezeichnet und ist eine Teildisziplin der Biologie. Ziel von Verhaltensbiologen ist eine systematische Analyse des Verhaltens von Tieren und Menschen.

Verhalten: Was ist das?

Mit dem Begriff "Verhalten" ist jeder schon einmal konfrontiert worden. Den Satz "Der Verhält sich unmöglich" hat sicher jeder schon einmal gehört. Im nun Folgenden interessiert jedoch die Definition von "Verhalten", wie er in der Biologie verwendet wird. Dabei ist Verhalten die Gesamtheit aller beobachtbaren Zustände und Veränderungen bei Tieren und Menschen als Antwort auf innere und äußere Reize. Darunter versteht man unter anderem Bewegungen, Körperhaltungen, Lautäußerungen und Duftabgabe.

Die Verhaltensbiologie bemüht sich dabei, zwischen zwei grundlegenden Dingen zu unterscheiden.

  1. Angeborenes Verhalten: Darunter versteht man Verhaltensweisen, welche angeboren sind. Beispiel: Berührt man bei einem menschlichen Säugling mit dem Finger deren Mund, löst man dadurch einen Saugreflex aus. Das hat einen großen Vorteil: Die Säuglinge können an der Brust ihrer Mutter "nuckeln" und dadurch die zum Überleben und Wachstum nötigen Nährstoffe aufnehmen.
  2. Erworbenes Verhalten: Darunter versteht man Verhaltensweisen, welche im Verlauf des Lebens erlernt werden. Beispiel Sprache: Bei der Geburt kann ein Neugeborenes natürlich noch nicht Sprechen. In den ersten Lebensjahren lernt ein Kind dies jedoch, zumindest unter normalen Umständen. Dabei muss das Kind zunächst erst einmal einfache Wörter kennen lernen. Danach kommen Satzbau und ein erweiterter Wortschatz dran.

Weitere Informationen zu angeborenem Verhalten sowie erworbenem Verhalten bei Tieren und Menschen finden sich in den folgenden Artikeln:

Das Verhalten näher untersuchen

Bei der Beobachtung des Verhaltens von Tieren und Menschen taucht eine Frage immer wieder auf. Und dies ist die Frage nach dem "Warum". Warum reagiert eine Person aggressiv? Warum bebrüten Vögel ihre Eier? Warum beschützen Eltern ihre Kinder? Verhaltensbiologen untersuchen somit, wieso sich gewisse Verhaltensmuster einstellen.

Wie man aus dieser Einleitung zur Verhaltensbiologie sehen kann, ist dies ein weites und umfangreiches Gebiet. Aus diesem Grund unterteilt man die Verhaltensbiologie / Ethologie in weitere Teilgebiete. Im nun Folgenden sollen einige wichtige Teilgebiete aufgeführt werden.

  • Humanethologie: Die Humanethologie erforscht das Verhalten von Menschen und seine Veränderung im Verlauf seiner Entwicklung.
  • Neuroethologie: Die Neuroethologie ist in einem gewissem Sinne eine Fortsetzung der klassischen Verhaltensforschung mit den Methoden der Neurologie. Beispielsweise untersucht sie die neurophysiologischen Entsprechungen für Phänomene wie spontanes Instinktverhalten und angeborene Auslösemechanismen, aber auch Rezeption, Fortleitung und Verarbeitung von Lichtsinneseindrücken.
  • Tiersoziologie: Die Tiersoziologie beschäftigt sich mit den Sozialstrukturen verschiedener Tierarten.
  • Verhaltens-Endokrinologie: Die endokrinologische Verhaltensforschung untersucht die Wechselwirkungen von Hormonsystem und Verhalten, so zum Beispiel den Einfluss von Adrenalin auf das Verhalten sowie den Einfluss des Verhaltens auf die Ausschüttung von Hormonen.
  • Verhaltens-Ökologie: Die Verhaltensökologie analysiert das Verhalten von Lebewesen in einer bestimmten Umwelt und untersucht die evolutionäre Angepasstheit des Verhaltens an spezifische Umweltbedingungen.
  • Soziobiologie: Die Soziobiologie untersucht das Sozialverhalten auf der Grundlage der Evolutionstheorie.

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Dennis Rudolph
Über den Autor

Dennis Rudolph hat Mechatronik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik studiert. Neben seiner Arbeit als Ingenieur baute er frustfrei-lernen.de und weitere Lernportale auf. Er ist zudem mit Lernkanälen auf Youtube vertreten und an der Börse aktiv. Mehr über Dennis Rudolph lesen.