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Verb: Definition und Beispiele

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Sonntag, 16. April 2017 um 13:09 Uhr

Dieser Artikel befasst sich mit dem Verb. Es wird erklärt, was man unter einem Verb versteht und es wird auf Person, Numerus, Tempus, Modus sowie Aktiv und Passiv eingegangen. Zum besseren Verständnis dienen Beispiele mit Erklärungen. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Deutsch.


Definition:
Wir brauchen Verben, um Sätze zu bilden. Man nennt sie auch Tätigkeits- oder Tunwörter. Sie bezeichnen Handlungen (Er spielt Fußball.), Vorgänge (Der Ball rollt ins Tor.) und Zustände (Die Zuschauer sitzen auf der Tribüne.). Bildet man mit einem Verb die verschiedenen grammatischen Formen, dann nennt man das konjugieren (beugen).

Finite Formen: Person, Numerus und Genus Verbi (= Aktiv und Passiv)

Verben können eine Personalform haben, wie beispielsweise er singt, du lachst, wir sehen, ihr weint, sie tanzen oder ich gehe. Man nennt diese auch die finiten Formen, da man hier Person (1., 2. und 3. Person) und Numerus (Singular und Plural) bestimmen kann. Wörtlich heißt finit auch bestimmt. Außerdem haben die Verben eine von der grammatischen Person abhängige Endung.

Beispiele:

Verben konjugieren Beispiele

Verben können im Aktiv (ich male) oder Passiv (ich werde gemalt) stehen, dem sogenannten Genus Verbi. Dabei ist das Aktiv die Tätigkeitsform, da jemand handelt – also tätig ist. Beim Passiv spricht man dagegen von der Leideform. Es geschieht etwas, ohne dass der Handelnde unbedingt genannt werden muss.

Beispiele:

Verben aktiv und passiv

Beim Passiv gibt es noch eine Besonderheit, das sogenannte Zustandspassiv. Es gibt – wie der Name schon sagt – einen Zustand an, wie z.B. in "Der Verband ist angelegt". In diesem Satz wird der Zustand des Verbandes benannt, nämlich dass er angelegt ist.


Beispiele:

Verb aktiv, passiv und zustandspassiv

Es gibt aber auch Verben, die kein Passiv bilden können und die nur im Aktiv existieren, wie beispielsweise welken, fließen oder scheinen.


Beispiele:

  • Die Blumen welken.
  • Das Wasser fließt.
  • Die Sonne scheint.
  • Ich gehe zu meinen Nachbarn.
  • Er kommt heute nach Hause.
  • Lisa hat eine Erkältung.
  • Die Katze schläft.

Noch mehr zum Passiv, wie etwa seine Bildung und eine Übersicht über die konjugierten Formen von Aktiv und Passiv in allen Tempora (= Zeitstufen), findet ihr unter das Passiv.

Hinweis:

Ihr möchtet euer Wissen zu diesem Thema testen? Ihr bereitet euch auf eine Prüfung vor? Dann seht doch in unseren Artikel Verben Aufgaben / Übungen.

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Infinite Formen: Infinitiv und Partizipien

Neben den finiten Formen, gibt es auch die infiniten Formen des Verbs, welche unbestimmt sind. Das heißt, dass man nicht die Person und den Numerus bestimmen kann. Zu diesen infiniten Formen gehört der Infinitiv eines Verbs, den man auch als Grund- oder Nennform bezeichnet. Beispiele wären singen, lachen oder basteln.


Beispiele:

  • Wir lernen, um zu leben.
  • Lara verabredet sich, um zu spielen.

Daneben gibt es noch die Partizipien. Das Partizip I – auch Partizip Präsens genannt – wird aus der Stammform mit den Endungen -end oder -nd gebildet, wie z.B. singend, lachend oder bastelnd.

Beispiele:

  • Singend läuft Mara die Straße entlang.
  • Die Kinder spielen lachend mit dem Ball.
  • Tom sitzt bastelnd am Schreibtisch.

Das Partizip I kann auch als Adjektiv verwendet werden. Dann wird es wie ein solches dekliniert.


Beispiele:

  • Die lachenden Kinder spielen mit dem Ball.
  • Das Publikum bejubelt die siegende Mannschaft.


Das Partizip II – auch Partizip Perfekt genannt – benutzt man zur Bildung zusammengesetzter Verbformen. Inhaltlich gibt es ein abgeschlossenes Geschehen oder ein Ergebnis wieder. Das Partizip II selbst wird aus der Vorsilbe ge- dem Verbstamm und der der Endung -t oder -en gebildet, wie beispielsweise bei gelacht oder gelaufen.


Beispiele:

  • Die Klasse hat über den Witz gelacht. (Das Lachen ist vorbei.)
  • Ich bin im Sportunterricht heute am schnellsten gelaufen. (Morgen kann jemand anderes schneller laufen.)

Das Partizip kann auch als Nomen oder Adjektiv gebraucht werden. Es wird dann wie diese dekliniert.

Beispiele:

  • Im Film hält Legolas den gespannten Bogen in der Hand, um den Ork zu erschießen.
  • In der gesprochenen Sprache gibt es Ausdrücke, die man in der Schriftsprache nicht verwendet.
  • Der Angeklagte wurde frei gesprochen.
  • Am Ende ist sie die Betrogene.


Die Modi: Indikativ, Konjunktive und Imperativ

Ein Verb kann drei Aussageweisen, sogenannte Modi (Singular: der Modus), haben. Es gibt den Indikativ, der etwas Wirkliches wiedergibt. Daneben gibt es den Konjunktiv, bei dem zwischen Konjunktiv I, der Wiedergabeform und Möglichkeitsform, und dem Konjunktiv II, der eine Möglichkeit in Frage stellt, unterschieden wird. Zu diesen Formen kommt dann noch der Imperativ, das ist die Befehlsform. Das Satzzeichen ist beim Imperativ immer das Ausrufezeichen.

Beispiele:

Verben indiakativ, konjunktiv, imperativ

Detaillierte Informationen zur Bildung, Verwendung und den Formen der Modi gibt es unter die Modi.

Die Tempora: Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II


Ein Verb kann in sechs verschiedenen Zeitstufen, sogenannten Tempora (Singular: das Tempus), auftreten. Das Präsens benutzt man für das, was jetzt geschieht, das Präteritum für Vergangenes, das Perfekt für Vergangenes, das vollendet ist und noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat, das Plusquamperfekt für alles, was zeitlich noch vor dem Perfekt oder Präteritum liegt, das Futur I für alles, was vermutlich oder später stattfindet und das Futur II für Vermutliches mit Blick auf Vergangenes.


Das klingt erst mal kompliziert, ist aber gar nicht so schwer, wie die folgende Übersicht zeigt.

Verben Plusquamperfekt, Perfekt etc.

Das Präsens

Das Präsens bezieht sich grundsätzlich auf die Gegenwart, also das, was jetzt geschieht. Es kann aber auch für sich wiederholendes Geschehen, Dinge von allgemeiner Gültigkeit, Zukünftiges oder Vergangenes (historisches Präsens) benutzt werden.


Beispiele:

Verben Präsens Beispiele

Das Präteritum


Das Präteritum – auch Imperfekt genannt – benutzt man als Erzählzeit, da es sich auf die Vergangenheit bezieht. Im mündlichen Sprachgebrauch wird das Präteritum allerdings nur wenig verwendet und durch das Perfekt ersetzt.


Beispiele:

  • Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter.
  • Im Wald begegnete er einem Wolf.
  • Sie warf den Ball über den Zaun.

Das Perfekt

Das Perfekt bezieht sich auf die Gegenwart. Es wird benutzt, um ausdrücken, dass ein in der Vergangenheit abgeschlossener Vorgang jetzt in der Gegenwart noch nachwirkt (vollendete Gegenwart). Außerdem wird es besonders im mündlichen Sprachgebrauch häufig als Erzählzeit für Vergangenes benutzt. Gebildet wird das Perfekt in der Regel mit der Personalform von haben und dem Partizip II. Verben der Bewegung wie laufen, rennen oder gehen sowie die Verben sein und werden bilden das Perfekt aber mit der Personalform von sein und dem Partizip II.

Beispiele:

Verben das Perfekt Beispiele

Das Plusquamperfekt


Das Plusquamperfekt bezeichnet ein Geschehen, das bereits in der Vergangenheit geschehen und abgeschlossen ist. Man bezeichnet es auch als vollendete Vergangenheit oder Vorvergangenheit. Gebildet wird das Plusquamperfekt mit der Personalform von haben oder sein im Präteritum und dem Partizip II.


Beispiele:

  • Nachdem es die ganze Nacht geschneit hatte, lag der Schnee am nächsten Morgen 30 cm hoch.
  • Ronja hatte zwar gewusst, worauf sie sich einließ, bereute ihre Entscheidung dann aber.
  • Ich hatte bereits davon gehört, bevor ich es in der Zeitung las.
  • Nachdem Leon in der Schule angekommen war, stellte er fest, dass er sein Pausenbrot vergessen hatte.

Das Futur


Das Futur I ist die einfache Zukunft und wird für ein zukünftiges Geschehen sowie eine Vermutung oder Aufforderung benutzt. Gebildet wird es mit der Personalform von werden und dem Infinitiv.

Beispiele:

  • Thomas wird erst übermorgen kommen.
  • Ich werde mich später noch mit einer Freundin treffen.
  • Es wird schon alles klappen. (Vermutung).
  • Das wirst du nicht mehr machen! (Aufforderung).

Das Futur II wird benutzt, wenn man etwas ausdrücken will, dass zu einem zukünftigen Zeitpunkt (vermutlich) geschehen sein wird. Die Verwendung dieser Zeitform ist aber sehr selten. Es wird meistens durch das Perfekt ersetzt. Gebildet wird das Futur II durch die Personalform von werden, dem Partizip II und haben oder sein.

Beispiele:

  • Simon wird vermutlich schon in Hamburg angekommen sein.
  • Simon ist bestimmt schon in Hamburg angekommen. (gebräuchlicher mit Perfekt)
  • Ich werde den Text bis morgen gelesen haben.
  • Ich habe den Text bis morgen gelesen. (gebräuchlicher mit Perfekt)


Arten von Verben und Konjugationen:
Verben werden in drei Arten oder Gruppen eingeteilt: Vollverben, Hilfsverben und Modalverben. Außerdem gibt es drei Konjugationsarten: stark, schwach und unregelmäßig. Detaillierte Informationen und Beispiele dazu gibt es unter Arten von Verben und Konjugation.

Aufgaben und Übungen:
Zum Vertiefen und Üben könnt ihr hier einen Test rund ums Verb machen. Es gibt Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten, von denen immer eine richtig ist. Ihr erfahrt direkt, ob die gegebene Antwort stimmt und bekommt eine kurze Erklärung zur richtigen Lösung. Weiter zu Verben Aufgaben / Übungen.

Autorin: Kirsten Schwebel

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