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Aggressionsverhalten / Aggressives Verhalten

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Sonntag, 20. Juli 2014 um 19:49 Uhr

Mit aggressivem Verhalten bzw. dem Aggressionsverhalten von Tieren und auch Menschen befassen wir uns in diesem Artikel. Wir gehen dabei auch auf Ursachen und Prävention ein. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich der Verhaltensbiologie.

Egal ob eine Schlägerei auf dem Schulhof oder eine laute Faucherei zwischen Katzen. In beiden Fällen tritt ein aggressives Verhalten auf. Doch was sind die Ursachen für aggressives Verhalten? Wie lässt sich das Aggressionsverhalten eindämmen? Die folgenden Abschnitte beschäftigen sich mit dem aggressiven Verhalten sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren.

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Aggressives Verhalten bei Tieren

Zu Sicherung des eigenen Überlebens nutzen Tiere ihre Umgebung auf die verschiedensten Art und Weisen. Oftmals sind die verfügbaren "Ressourcen" jedoch begrenzt: So existiert im Lebensgebiet eines Tieres unter Umständen nur eine knappe Menge an Nahrung oder es stehen nur sehr wenige Fortpflanzungspartner zu Verfügung. Um die verfügbaren Ressourcen entsteht somit Konkurrenz, der oftmals zu Konflikten führt. Diese Konflikte werden oftmals in Kämpfen ausgefochten, bei denen es Sieger und Verlierer gibt.

Das Aggressionsverhalten dient dazu, einen Gegner zurück zu drängen, zu verletzten oder gar zu töten. Dabei beginnen aggressive Auseinandersetzungen in erster Linie mir Drohen und Imponieren. Je nach Tier werden dabei zum Beispiel die Haare aufgestellt, die Zähne gefletscht oder geknurrt. Reicht dies nicht aus einen Gegner zu verscheuchen, kommt es oftmals zum Kampf. Dabei unterscheidet man den Beschädigungskampf und den Kommentkampf.

  • Beschädigungskampf:  Beim Beschädigungskampf versuchen sich die beiden Kontrahenten zu Verletzen oder gar zu töten. So liefern sich Wölfe eine Beißerei mit anderen Wölfen, die schwere Verletzungen nach sich ziehen kann.
  • Kommentkampf: Beim Kommentkampf werden Waffen ( Zähne, Hörner etc. ) nur so eingesetzt, dass sie den Konkurrenten nicht ernsthaft verletzen. So stoßen Rehe ihre Geweihe aneinander und versuchen den Konkurrenten dann wegzuschieben.

Sofern ein Tier bei einem Kampf nicht getötet wird, kommt es durch den Unterlegenen oftmals zu einer Demutshaltung. Dies kann zum Beispiel ein sich "klein-machen" oder ein Legen auf den Rücken sein. Dies hängt von der jeweiligen Tierart ab. Der Sieger des Kampfes bricht dann in aller Regel den Kampf ab und ermöglicht es dem Unterlegenen ohne weitere Verletzungen zu fliehen.

Zur Prävention von aggressivem Verhalten bei Tieren - sprich zur Minimierung von Konflikten gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann die Anzahl der Individuen in einem Gebiet deutlich reduziert werden, so dass sich die Tiere weniger oft begegnen und weniger Tiere in ihr Revier eindringen. Auch kann künstlich mehr Nahrung in ein Gebiet gebracht werden, was den Konflikt um Nahrungsquellen reduziert. Ob es jedoch sinnvoll ist in die natürlichen Gegebenheiten einzugreifen kann im Rahmen dieses Artikels nicht beantwortet werden.


Aggressives Verhalten beim Menschen

Auch beim Menschen kann es zu aggressivem Verhalten kommen.  Diese äußern sich zum Beispiel in Schlägereien auf dem Schulhof oder in verbalen Beschimpfungen anderer. Die Ursachen für das Aggressionsverhalten können vielfältig sein. Es folgen ein paar Beispiele und auch Theorien:

  • Frustration: Eine schlechte Note in der Schule, Ärger mit den Eltern etc. führen zur Frustration bei vielen Menschen, die auch in Aggression umschlagen kann.
  • Erfolgsmotor: Aggression kann die Folge gelernten Verhaltens sein. Hat aggressives Verhalten bei einem Menschen in der Vergangenheit den gewünschten Erfolg - zum Beispiel im Job - gebracht, so wird dieses Verhalten in der Zukunft unter Umständen wiederholt.
  • Selbstbehauptung: Das Aggressionsverhalten eines Menschen kann dazu dienen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen oder die Leitung einer Gruppe dadurch in Anspruch zu nehmen.
  • Trieb: Eine Theorie zu aggressivem Verhalten stammt von Sigmund Freud: Freud formulierte ab 1905 die Überzeugung, dass es sich bei der menschlichen Aggressivität um einen Trieb handele. Zunächst wurde dieser Trieb lediglich als Bestandteil der menschlichen Sexualität betrachtet, doch ab 1915 sah man sie auch als Komponente der Ich-Triebe. Unter den Eindrücken des Ersten Weltkrieges begann Freud Aggression schließlich zunehmend als eigenen Trieb und Hauptvertreter des Todes- oder Destruktionstriebes (Zerstörungstrieb) zu formulieren.

Die Verhinderung von aggressivem Verhalten beim Menschen - sprich die Prävention - ist gar nicht so einfach. Prinzipiell kann man entweder an die Ursachen oder an die Auswirkungen rangehen. Zur Minimierung bzw. Ausschalten von Ursachen kann die Reduktion von Stress und Frustration bei einem Individuum beitragen. Auf der anderen Seite hilft es auch stark, wenn aggressive Menschen "lernen", dass sie die eigenen Bedürfnisse etwas zurückschrauben müssen oder diesen Angebote für sportliche Aktivitäten unterbreitet werden, bei denen sie sich abreagieren können.

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