Das Adverb (Deutsch)

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Freitag, 30. Juli 2021 um 17:03 Uhr

In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Adverb. Es wird erklärt, was man unter einem Adverb versteht, welche Arten es gibt, wie es im Satz verwendet wird und wie Adverbien gebildet werden. Zum besseren Verständnis dienen Beispiele mit Erklärungen. Außerdem haben wir noch Übungen rund um die Adverbien für euch. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Deutsch.


Definition
Adverbien gehören zu den nicht flektierbaren Wortarten (Partikeln), das heißt, sie sind unveränderbar. Ein Adverb ist ein Umstandswort, weil es nähere Angaben zu den Umständen eines Geschehens oder einer Aussage macht.


Arten von Adverbien
Es werden vier Arten von Adverbien unterschieden: Lokaladverb (Ort, Richtung), Temporaladverb (Zeit), Modaladverb (Art und Weise, Grad) und Kausaladverb (Grund).



Lokaladverb
Lokaladverbien geben einen Ort oder eine Richtung an. Man fragt nach ihnen mit Wo? oder Wohin?. Folgende Wörter sind Beispiele für Lokaladverbien: hier, dort, da, vorne, hinten, rechts, links, irgendwo, innen, draußen, nirgends, oben, unten, überall…


Beispiele:

  • Wir müssen dorthin. (Wohin?)
  • Du läufst hinten. (Wo?)
  • Der Schlüssel liegt drinnen. (Wo?)
  • Der Weg führt abwärts. (Wohin?)


Temporaladverb
Temporaladverbien geben eine Zeit oder eine Dauer an. Man fragt nach ihnen mit Wann? oder Wie lange?. Folgende Wörter sind Beispiele für Temporaladverbien: heute, morgen, gestern, damals, dann, da, neulich, vorher, später, immer, oft, nie, nicht, niemals, irgendwann, morgens, mittags, abends, nachts…


Beispiele:

  • Ich bin immer für dich da. (Wie lange?)
  • Gestern gab es Eis. (Wann?)
  • Wir sehen uns später. (Wann?)
  • Ihr könnt jetzt gehen. (Wann?)


Modaladverb
Modaladverbien machen Angaben über die Art und Weise sowie über den Grad. Folgende Wörter sind Beispiele für Modaladverbien: so, anders, wohl, vielleicht, gern, kaum, leider…


Beispiele:

  • Ich gehe gerne ins Schwimmbad.
  • Morgen kommt vielleicht mein Paket.
  • Dieses Problem ist kaum lösbar.
  • Du kannst das anders machen.


Kausaladverb
Kausaladverbien machen Angaben über den Grund, die Folge, die Bedingung, die Einräumung oder den Zweck eines Geschehens. Bespiele für Kausaladverbien sind: deshalb, daher, darum, deswegen, nämlich (Grund); folglich, infolgedessen, also, demzufolge (Folge); notfalls, sonst, ansonsten (Bedingung); trotzdem, dennoch, gleichwohl (Einräumung); dazu, darum, hierfür (Zweck).


Beispiele:

  • Deshalb schmeckt mir das nicht. (Grund)
  • Du gehst also zuerst. (Folge)
  • Notfalls nehme ich auch eine Pizza. (Bedingung)
  • Ich mag trotzdem ein Haustier haben. (Einräumung)
  • Hierfür brauchen wir noch eine Schere. (Zweck)

Verwendung im Satz

Ein Adverb kann im Satz verschiedene Aufgaben übernehmen. So kann es ein eigenständiges Satzglied, ein Attribut (Satzgliedteil) oder ein Einleitewort für einen Neben- oder Fragesatz sein.


Satzglied
Ist ein Adverb ein Satzglied, dann ist es ein Adverbiale. Das ist die Umstandsbestimmung. Sie bezieht sich auf die Aussage des ganzen Satzes, wie z.B. Gestern war ich im Kino. oder Die Toilette finden Sie unten.


Attribut (Satzgliedteil)
Adverbien werden häufig als Attribut gebraucht. Sie erweitern bzw. ergänzen das Satzglied und sind ein Teil davon. Da sie alle Arten von Satzgliedern ergänzen können, zeigen wir hier nur Beispiele für verschiedene Wortarten, die dann ihrerseits verschiedene Arten von Satzgliedern sein können. So kann ein Nomen beispielsweise Subjekt oder Objekt sein.

  • Adverb als Attribut beim Nomen: das Haus dort, der Mieter oben
  • Adverb als Attribut beim Verb: sich sehr freuen, etwas leider nicht können
  • Adverb als Attribut beim Adjektiv: sehr müde, so schön
  • Adverb als Attribut beim Adverb: sehr oft, fast nie


Einleitewort für Fragesätze und Nebensätze
Das Frageadverb dient zur Einleitung einer Frage. Dazu gehören Wohin? Wo? Wann? Wie? Warum? Wozu?


Das Relativadverb leitet einen Relativsatz ein und bezieht den Nebensatz auf einen übergeordneten Satz (Er ahnte (HS), worüber sie redeten (NS).). Zu den Relativadverbien gehören wo, wann, wie, weshalb, worüber.

Bildung von Adverbien

Es gibt einfache Adverbien, zusammengesetzte Adverbien und solche, die aus anderen Wortarten abgeleitet sind.


Einfache Adverbien

Zu den einfachen Adverbien gehören bald, gern, jetzt, nicht, oft, sonst, sehr, kaum, hier, nun, dort, da usw.


Zusammengesetzte Adverbien

Bei den zusammengesetzten Adverbien gibt es verschiedene Möglichkeiten, aus welchen Wortarten sie kombiniert werden. Meistens bestehen sie aber aus einer Präposition und einer anderen Wortart.

  • Adverb + Adverb: hierhin, dorther, immerfort
  • Adverb + Präposition: dazwischen, hierüber, wodurch, vorher, danach
  • Präposition + Nomen: bergab, tagsüber, beizeiten
  • Präposition + Pronomen: seitdem, unterdessen, deinetwegen
  • Präposition + Präposition: nebenan, überaus, obenauf, zugegen


Ableitung aus anderen Wortarten

Wird ein Adverb aus einer anderen Wortart abgeleitet, dann wird ein -s angehängt. Beispiele sind morgens, mittags, abends, anfangs, spätestens, frühestens, bereits, eilends. Auch bei zusammengesetzten Adverbien kann ein -s angehängt werden: einstmals, damals, zeitlebens, allenfalls.

Autorin: Kirsten Schwebel

Aufgaben (Übungen) Adverb

Aufgabe 1:

  • Was ist ein Adverb?
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