Das Präteritum bzw. Imperfekt

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Samstag, 15. Februar 2020 um 10:00 Uhr

Dieser Artikel befasst sich mit dem Präteritum oder Imperfekt. Es wird erklärt, was man unter dem Präteritum bzw. Imperfekt versteht, wann man es benutzt und wie es gebildet wird. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Deutsch.


Das Präteritum ist eine Zeitstufe (Tempus) des Verbs. Man kann auch Imperfekt dazu sagen, die meisten Grammatiken sprechen aber vom Präteritum. Es bezeichnet eine Vergangenheitsform, die sogenannte Erzählzeit (Die Prinzessin warf ihre goldene Kugel in die Luft.). Es wird verwendet, um über tatsächliche oder erdachte Ereignisse zu erzählen.

In der Alltagssprache wird das Präteritum aber immer mehr vom Perfekt verdrängt, so dass man in der Regel statt „Gestern ich ein Eis.“ die Perfektform „Gestern habe ich ein Eis gegessen.“ im mündlichen Sprachgebrauch verwendet. Das Präteritum begegnet uns daher hauptsächlich in schriftlicher Form, z.B. in Märchen, Geschichten und Romanen.


Beispiele Präteritum:

  • Es war einmal eine Prinzessin, die hatte eine goldene Kugel.
  • Vorsichtig spähten Pünktchen und Anton um die Ecke.
  • Der Hund brachte den Ball zu seinem Herrchen.
  • Die Vollendung der Burg dauerte 200 Jahre.


Beispiele verdrängtes Präteritum:

  • Kai fuhr gestern mit dem Auto zur Schule. (Präteritum)
  • Kai ist gestern mit dem Auto zur Schule gefahren. (Perfekt)
  • Letzte Woche traf ich mich mit Marie. (Präteritum)
  • Letzte Woche habe ich mit Marie getroffen. (Perfekt)
  • Am Wochenende erlebten wir viele schöne Dinge. (Präteritum)
  • Am Wochenende haben wir viele schöne Dinge erlebt.
  • Heute malten die Kinder in der Schule Bilder. (Präteritum)
  • Heute haben die Kinder in der Schule Bilder gemalt. (Perfekt)

Bildung des Präteritums bzw. Imperfekts

Bei der Bildung des Präteritums bzw. Imperfekts muss zuerst zwischen starken (unregelmäßigen) und schwachen (regelmäßigen) Verben unterschieden werden, da sie ihre Vergangenheitsformen unterschiedlich bilden. Bei schwachen (regelmäßigen) Verben wird -t oder -et eingeschoben (ich koche – ich kochte, ich arbeite – ich arbeitete). Starke (unregelmäßige) Verben bilden das Präteritum bzw. Imperfekt, indem der Vokal im Wortstamm verändert wird (er sieht – er sah, ich rufe – ich rief).


Beispiele schwache Verben:

  • Es schneite die ganze Nacht.
  • Lukas beendete seine Hausaufgaben und radelte zum Training.
  • Die Schüler meisterten die Herausforderung.


Beispiele starke Verben:

  • Svenja lief durch den Regen nach Hause.
  • Früher gingen wir in dieselbe Klasse.
  • Mit der neuen Brille sah er alles klarer.

Kirsten Schwebel