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Rhesusfaktor

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Mittwoch, 06. Mai 2015 um 15:19 Uhr

Mit dem Rhesusfaktor befassen wir uns in diesem Artikel. Dabei erklären wir euch, was man unter dem Rhesusfaktor versteht und welcher Bedeutung - gerade bei der Schwangerschaft - diesem zukommt. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Biologie bzw. Genetik.

Neben der Blutgruppe gibt es noch ein weiteres wichtiges Merkmal bei der Vererbung von Bluteigenschaften: Den Rhesusfaktor (Antigen D). Es ist ebenfalls an die Membran der Erythrozyten gebunden. Antikörper bilden sich erst Monate nach einer Bluttransfusion mit Rhesus-positivem Blut. Da die nach der Erstübertragung gebildeten IgG-Antikörper und insbesondere die Gedächtniszellen lange erhalten bleiben, können weitere Transfusionen von Rhesus-positivem Blut bei Rhesus-negativen Menschen zur Agglutination bzw. Hämolyse führen. Dies kann schwere oder gar tödliche Schädigungen nach sich ziehen.

Auch der Rhesusfaktor wird nach den Mendelschen Regeln vererbt. Die Vererbung des Rhesusfaktors ist dominant-rezessiv: Die Ausprägung des Faktors ist dominant gegenüber Rhesus-negativem Phänotyp. Die meisten Menschen (in Deutschland und auch Weltweit) sind Rhesus-positiv.

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Was ist der Rhesusfaktor?

Der Rhesusfaktor ist ein Protein auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen im menschlichen Blut und wurde 1940 von Karl Landsteiner und Alexander Solomon Wiener bei Rhesusaffen entdeckt. Das Rhesussystem beschreibt eine Gruppe zueinander ähnlicher Proteine, deren fünf wichtigste Vertreter (C, c, D, E, e) mit Testseren geprüft werden können. Der älteste und wichtigste Rhesusfaktor hat die Abkürzung D im Rhesussystem:

  • Besitzt eine Person das Rhesusfaktor-D-Antigen, so ist sie Rhesus-positiv und man schreibt „Rh(D)+“, „Rh+“, „Rh“ oder in Abhängigkeit des Genotyps „Dd“, „dD“, „DD“, selten auch „RH1“.
  • Besitzt eine Person kein Rhesusfaktor-D-Antigen, so ist sie Rhesus-negativ und man schreibt „Rh(D)−“, „Rh−“, „rh“ oder „dd“.


Rhesusfaktor und Schwangerschaft

Der Rhesusfaktor ist während der Schwangerschaft ein interessanter Faktor: Falls die Mutter Rhesus-negativ und der Fötus Rhesus-positiv ist - was bei etwa jeder 10. Schwangerschaft in Deutschland der Fall ist - kann es passieren, dass die Mutter Antikörper gegen den Rhesusfaktor des Kindes bildet, die zu Behinderungen und sogar Tod des Kindes führen kann. Man sorgt heute dafür, dass Rhesus-negative Mütter keine solchen Antikörper bilden, indem man ihnen im Allgemeinen kein Rhesus-positives Blut überträgt und bei jeder Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Kind eine Anti-D-Prophylaxe (Impfung) durchführt. Nach der Geburt wird das Blut aus der Nabelschnur getestet und es wird bestimmt, ob es sich um ein Rhesus-positives Kind handelt um dann gegebenenfalls nach einigen Stunden erneut eine Anti-D-Prophylaxe bei der Mutter durchzuführen.

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