Der Vorleser von Bernhard Schlink - Inhaltsangabe

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Donnerstag, 28. Dezember 2017 um 18:51 Uhr

Hier findet ihr alles zum Inhalt des Vorlesers. Aufgegliedert in drei Teile, beschreiben wir euch detailgetreu alle Handlungsabläufe.


Der Vorleser - Teil 1

Der erste Teil beginnt mit dem Kennenlernen des 15-jährigen Schülers Michael Berg und der 36 Jahre alten Schaffnerin Hanna Schmitz. Michael leidet an Gelbsucht und muss sich auf dem Rückweg von der Schule übergeben. Hanna Schmitz hilft ihm schon auf der Straße, denn sie wohnt dort, wo Michael sich übergibt.
Michaels Mutter ermahnt ihren Sohn, dass er aus Höflichkeit noch einmal bei Frau Schmitz vorbeigehen soll und sich bedanken soll. Michael kauft als Dank einen Blumenstrauß, den er Hanna nach seiner Genesung vorbei bringen will. So kehrt er an die Stelle zurück, an der sie ihm geholfen hatte und findet auch die Wohnung. Dann beobachtet er Hanna beim Umziehen und ist erregt. Hanna bemerkt seinen Blick und Michael flieht aus der Wohnung. Doch er kann das Bild von der nur mit Strapsen bekleideten Hanna einfach nicht vergessen und träumt sogar davon. Michael ist dabei nicht wohl, er fühlt sich nicht gut.
Jedoch scheint die Unbekannte Hanna Schmitz eine Anziehung auf Michael auszuüben, der er nicht widerstehen kann. Er kehrt zu ihrer Wohnung zurück, wo sie ihn empfängt und ihn bittet, Kohlen aus dem Keller zu holen. Zurück in der Wohnung lässt Hanna ihm ein Bad ein, da er von der Kohle verstaubt und verrußt ist. Michael wäscht sich und sie trocknet ihn ab. Sie schlafen miteinander und es kommt zum ersten Mal zu einem wirklich persönlichen Kontakt zwischen den beiden.
Michael beschließt, dass es ihm wieder so gut geht, dass er in die Schule gehen kann und besucht dabei regelmäßig Hanna. Dass er die Schule dafür schwänzt, ist ihm zunächst gänzlich egal.
Das bei den Treffen entstehende Ritual ist in drei Akte aufgegliedert: Michael muss Hanna etwas vorlesen, danach baden sie gemeinsam und schlafen anschließend miteinander. Er liest ihr aus Büchern vor, die er in der Schule braucht, wählt jedoch später auch andere Geschichten aus, die er mitbringt und ihr vorliest. Es kommt bei den Treffen jedoch auch zu Streit. Die Schuld dafür, nimmt Michael auf sich, da er sich bewusst ist, dass Hanna ihn zurückweisen würde, wenn er sie beschuldigen würde. Als Hanna erfährt, dass Michael die Schule schleifen lässt, ist sie zutiefst enttäuscht von ihm. Sie stellt ihm das Ultimatum, dass er sie nur besuchen darf, wenn er die Schule nicht vernachlässigt. Michael ist einverstanden.
In den Sommerferien fahren Hanna und Michael gemeinsam in den Urlaub.
Ein neues Schuljahr beginnt, und Michael lernt Sophie kennen. Er baut eine enge Bindung mit ihr auf, er vergleicht sie mit Hanna und verbringt wieder mehr Zeit mit seinen Freunden und Mitschülern. Dabei vernachlässigt er die Beziehung zu Hanna, er will sogar mit seinen Mitschülern über sie sprechen, doch er unterdrückt diesen Wunsch. Eines Tages trifft er Hanna im Schwimmbad, als er gerade mit seinen Freunden dort ist. Er ignoriert sie und leugnet, sie zu kennen. Als er am nächsten Tag an Hannas Wohnung kommt, ist diese weggezogen, ohne ihm eine Adresse zu hinterlassen.

Der Vorleser - Teil 2

Acht Jahre später setzt der zweite Teil des Buches ein. Der Junge Michael ist jetzt Jura Student. Er hat Abstand von Hanna gewonnen, allerdings hat er emotional noch nicht mit ihr abgeschlossen. Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit sitzen tief.
Im Rahmen eines Seminars besucht Michael mit seinen Kommilitonen einen Prozess, in dem es um Kriegsverbrechen geht. Wärterinnen eines Konzentrationslagers in Auschwitz sollen Gefangene in eine Kirche gesperrt haben und diese Gefangenen, bei einem Brand in der Kirche, nicht freigelassen zu haben. Eine der Angeklagten ist Hanna. Michael ist als Beobachter des Prozesses in einer prekären Situation. Er ist hin und hergerissen von seinen Gefühlen, da er Hanna nicht versteht. Er geht jeden Tag ins Gericht und verfolgt den Prozess.
Hier kommt auch wieder der Titel „Der Vorleser“ zum Tragen. Denn während des Prozesses sagt eine Frau aus, die mit ihrer Mutter als einzige überlebte, dass Hanna im Konzentrationslager Häftlinge bevorzugte, die ihr vorlasen. Diese Häftlinge bekamen bessere Bedingungen zugesprochen, soweit man von besser sprechen kann.
Während des Prozesses zeigt Hannah keine Ambitionen alles abzustreiten, im Gegenteil, sie gibt sogar alles zu, was ihr vorgeworfen wird, verbessert sogar den Richter und verschlimmert so ihre Situation. Hanna lässt es über sich ergehen, sie leugnet nicht, dass sie es war, die die Gefangenen eingeschlossen hat und nicht freigelassen hat. Während der weiteren Anklage kommt es zu einer Beweisaufführung. Hier wird ein Bericht gezeigt, den Hanna verfasst haben soll, und in dem steht, dass Hanna die Organisatorin war. Zum ersten Mal im Laufe des Prozesses leugnet Hanna nun eine Tat. Sie sagt, dass sie den Bericht nicht geschrieben hat, will nun resignieren. Der Richter möchte, dass Hanna ihre Handschrift zu Protokoll gibt. Sie soll etwas schreiben, damit das Schriftstück verglichen werden kann. Sofort gibt Hanna zu, den Bericht geschrieben zu haben, ohne die Schriftprobe zu geben. Von diesem Zeitpunkt an resigniert Hanna und verschließt sich dem Richter und der Staatsanwaltschaft.
Plötzlich erkennt Michael, dass Hanna Analphabetin ist. Sie kann den Bericht also gar nicht geschrieben haben. Doch sie scheint es nicht zugeben zu wollen, wird lieber inhaftiert, als freigesprochen wegen Analphabetismus. Michael befindet sich in einem inneren Konflikt, denn er weiß nicht, was er machen soll. Soll er zu dem Richter gehen und ihm sagen, dass Hanna Analphabetin ist? Er kann sich nicht recht entscheiden und handelt deshalb nicht. Hanna wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Vorleser - Teil 3

Der dritte Teil spielt nach Michaels Studium. Er ist vom Referendar zum berufstätigen Rechtshistoriker geworden. Er ist mit Gertrud verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Doch seine Ehe scheitert, da er mit seinen Gefühlen immer noch bei Hanna ist. Sie beeinflusst ihn also weiterhin, obwohl sie abwesend ist. Michael beginnt, Geschichten laut vorzulesen und auf Kassetten aufzunehmen. Er schickt diese Kassetten zu Hanna ins Gefängnis. Auch hier kommt wieder der Titel „Der Vorleser“ zum Tragen, denn das Ritual, welches zwischen Hanna und Michael immer stattfand, wird so wiederbelebt. Er liest ihr, dieses Mal allerdings durch eine Kassette, vor. Michael bekommt daraufhin Grüße von Hanna, die im Gefängnis schreiben und lesen lernt. Sie schreibt nur kurz. Michael jedoch antwortet nicht auf Hannas Briefe.
Als Hanna entlassen werden soll, da ihr Gnadengesuch von den Verantwortlichen befürwortet wird, schreibt die Gefängnisleiterin Michael einen Brief, in dem sie ihn bittet, sich zu treffen. Michael ist der einzige Kontakt, den Hanna außerhalb des Gefängnisses hat. Er bereitet das Treffen vor und besucht Hanna eine Woche vor der Entlassung. Dieses Treffen scheint Hanna emotional zu irritieren.
Einen Tag vor ihrer Entlassung begeht sie Selbstmord.

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