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Die Modi (Deutsch)

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Donnerstag, 28. Dezember 2017 um 18:52 Uhr

Es gibt vier Modi (Singular: der Modus): Indikativ, Konjunktiv I, Konjunktiv II und Imperativ. Im Folgenden erfahrt ihr, was das jeweils ist und wann und wie man es benutzt. Zum besseren Verständnis gibt es viele Beispiele.

Der Indikativ
Der Indikativ ist die sogenannte Wirklichkeitsform, weil er etwas als Feststellung, allgemeine Erfahrung gesicherte Beobachtung usw. wiedergibt. Es gibt ihn sowohl im Aktiv als auch im Passiv und in allen Zeitstufen. Der erste Satz jeder Zeitstufe steht jeweils im Aktiv und der zweite im Passiv.


Beispiele:

Präsens:

  • Ich backe einen Kuchen
  • Das Laminat wird verlegt.

Perfekt:

  • Er hat ein Ei gegessen.
  • Die Geschichte ist geschrieben worden.

Präteritum:

  • Luisa ging in ihre Klasse.
  • Wir wurden von der Polizei angehalten.

Plusquamperfekt:

  • Sie hatten ein Reh gesehen.
  • Die Schaukel war abgehängt worden.

Futur I:

  • Ich werde morgen zum Sportkurs gehen.
  • Das Haus wird neu verputzt werden.

Futur II:

  • Du wirst dir Sorgen gemacht haben.
  • Der Baum wird gefällt worden sein.

Hinweis:

Ihr möchtet euer Wissen zu diesem Thema testen? Ihr bereitet euch auf eine Prüfung vor? Dann seht doch in unseren Artikel Verben Aufgaben / Übungen.

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Der Konjunktiv I


Der Konjunktiv I ist die Wiedergabeform. Er gibt eine Möglichkeit oder Vermutung wieder. Außerdem wird er in der indirekten Rede verwendet. Gebildet wird der Konjunktiv I in vier Tempora (Zeitstufen): Präsens, Perfekt, Futur I und Futur II.

Beispiele (Unterschiede zum Indikativ sind kursiv gedruckt):

Präsens:

  • ich komme, du kommest, er komme, wir kommen, ihr kommet, sie kommen
  • Man sagt, das Haus werde gebaut. (Passiv)

Perfekt:

  • ich sei gekommen, du sei(e)st gekommen, er sei gekommen, wir seien gekommen, ihr seiet gekommen, sie seien gekommen.
  • ich habe verstanden, du habest verstanden, er habe verstanden, wir haben verstanden, ihr habet verstanden, sie haben verstanden
  • Man sagt, das Haus sei gebaut worden. (Passiv)

Futur I:

  • ich werde kommen, du werdest kommen, er werde kommen, wir werden kommen, ihr werdet kommen, sie werden kommen
  • Man sagt, das Haus werde gebaut werden. (Passiv)

Futur II:

  • ich werde gekommen sein, du werdest gekommen sein, er werde gekommen sein, wir werden gekommen sein, ihr werdet gekommen sein, sie werden gekommen sein
  • ich werde verstanden haben, du werdest verstanden habe, er werde verstanden haben, wir werden verstanden haben, ihr werdet verstanden haben, sie werden verstanden haben
  • Man sagt, das Haus werde gebaut worden sein. (Passiv)

In den meisten Fällen sind die Formen des Konjunktivs I mit den Indikativformen identisch. Deshalb benutzt man dann zur besseren Unterscheidung den Konjunktiv II oder die Umschreibung mit würden.


Beispiele:

Die Modi Beispiele Konjunktiv

Wird der Konjunktiv I in der indirekten Rede verwendet, dann ist die Wiedergabe des Inhalts der Rede korrekt, aber es bleibt offen, ob der Inhalt wahr ist.


Beispiele:

  • Jens sagt: „Ich mag keine Tiere.“ (direkte Rede)
    • Jens sagt, er möge keine Tiere. (indirekte Rede)
    • -> Der Inhalt des Gesagten ist korrekt wiedergegeben (Jens hat das wirklich gesagt), aber es bleibt offen, ob der Inhalt der Wahrheit entspricht, also ob Jens wirklich keine Tiere mag.
  • Mara fragte: „Ist es schon drei Uhr?“ (direkte Rede)
    • Mara fragte, ob es schon drei Uhr sei. (indirekte Rede)
    • -> Der Inhalt ist richtig (Mara hat danach gefragt), aber es bleibt offen, ob es schon drei Uhr (oder später) ist.

Neben der indirekten Rede wird der Konjunktiv I auch verwendet, wenn eine Vermutung angestellt, ein Wunsch geäußert oder eine Anweisung gegeben wird.


Beispiele:

  • Vermutung: Ich glaubte, es sei alles in bester Ordnung.
  • Wunsch: Reden wir doch nacheinander.
  • Anweisung: Zum Schluss schmecke man das Essen mit Sahne ab.

Der Konjunktiv II


Der Konjunktiv II wird verwendet, wenn man ausdrücken will, dass es sich um ein nicht wirkliches Geschehen handelt, das nur gedacht bzw. angenommen wird. Er wird in vier Tempora (Zeitstufen) gebildet, genauso wie der Konjunktiv I: Präsens, Perfekt, Futur I und Futur II.


Wenn möglich bilden die starken Verben sowie Modal- und Hilfsverben den Konjunktiv II immer mit Umlaut (ich kam – ich käme, ich flog – ich flöge, ich musste – ich müsste, ich durfte – ich dürfte, ich war – ich wäre, ich hatte – ich hätte…). Im Futur I und II wird der Konjunktiv II immer mit Formen von würden und im Perfekt mit Formen von wären oder hätten gebildet.


Beispiele:

Präsens:

  • ich käme, du kämest, er käme, wir kämen, ihr kämet, sie kämen

Perfekt:

  • ich wäre gekommen, du wärest gekommen, er wäre gekommen, wir wären gekommen, ihr wäret gekommen, sie wären gekommen
  • ich hätte gesehen, du hättest gesehen, er hätte gesehen, wir hätten gesehen, ihr hättet gesehen, sie hätten gesehen

Futur I:

  • ich würde kommen, du würdest kommen, er würde kommen, wir würden kommen, ihr würdet kommen, sie würden kommen

Futur II:

  • ich würde gekommen sein, du würdest gekommen sein, er würde gekommen sein, wir würden gekommen sein, ihr würdet gekommen sein, sie würden gekommen sein

Da bei den schwachen Verben der Indikativ Präteritum und der Konjunktiv II Präsens gleich lauten, wird im Konjunktiv II Präsens immer mit Formen von würden umschrieben. Im Perfekt wird er mit Formen von hätten und dem Partizip II gebildet und im Futur I und II wird der Konjunktiv II immer mit Formen von würden gebildet.


Beispiele:

Präsens:

  • ich würde machen (statt ich machte), du würdest machen, er würde machen, wir würden machen, ihr würdet machen, sie würden machen

Perfekt:

  • ich hätte gemacht, du hättest gemacht, er hätte gemacht, wir hätten gemacht, ihr hättet gemacht, sie hätten gemacht

Futur I:

  • ich würde machen, du würdest machen, er würde machen, wir würden machen, ihr würdet machen, sie würden machen

Futur II:

  • ich würde gemacht haben, du würdest gemacht haben, er würde gemacht haben, wir würden gemacht haben, ihr würdet gemacht haben, sie würden gemacht haben

In manchen Fällen lautet der Konjunktiv II Präsens gleich wie der Indikativ Präteritum. Damit die beiden Formen dann nicht verwechselt werden, wird der Konjunktiv II mit würden umschrieben. Diese Umschreibungsform kommt auch dann zum Einsatz, wenn die Form des Konjunktivs veraltet oder ungewöhnlich ist.


Beispiele:

Modi Beispiele Konjunktiv 2

Bei der Verwendung des Konjunktivs II kommt es zuerst einmal darauf an, in welcher Zeitstufe (Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft) das nicht wirkliche Geschehen stattfindet. Für die Gegenwart wird der Konjunktiv II Präsens benutzt, für die Vergangenheit der Konjunktiv II Perfekt und für die Zukunft entweder die Futurformen oder die Präsensformen des Konjunktivs II. Außerdem wird der Konjunktiv II in Wenn-dann-Gefügen, beim irrealen Aussagesatz, dem irrealen Wunsch, dem höflichen Wunsch, der höflichen Aussage sowie der höflichen und zweifelnden Frage verwendet.


Beispiele:

Wenn-dann-Gefüge:

  • Wenn du pünktlicher wärest, dann kämest du nicht dauernd zu spät. (Gegenwart)
  • Wenn du pünktlicher gewesen wärest, dann wärest du nicht dauernd zu spät gekommen. (Vergangenheit)
  • Wenn du pünktlicher sein würdest, dann würdest du nie zu spät kommen. (Zukunft)

irreale Aussage:

  • Ich würde gerne einen Kuchen backen. (Aber mein Backofen ist kaputt.)
  • Lisa hätte das Geheimnis verraten. (Aber Lisa ist nicht hier.)

irrealer Wunsch:

  • Wenn doch schon Feierabend wäre! (Aber es ist noch nicht mal Mittag.)
  • Marc wünscht sich, dass seine Freundin schon da wäre. (Aber sie ist noch unterwegs.)

höflicher Wunsch:

  • Wir hätten gerne eine Auskunft.
  • Ich hätte gerne ein Glas Wein.

höfliche Aussage:

  • Ich würde Ihnen unseren Hauswein empfehlen.

höfliche Frage:

  • Würden Sie mir bitte die Brötchen reichen?
  • Hättest du Lust, morgen mit mir shoppen zu gehen?

zweifelnde Frage:

  • Hätte sie mir das wirklich antun können?

Der Imperativ

Der Imperativ ist die sogenannte Befehlsform. Mit ihm kann aber auch ein Wunsch, eine Aufforderung oder eine Bitte ausgedrückt werden. Es gibt ihn nur im Präsens, genauer gesagt als 2. Person Singular, wie z.B. schreib, gib oder arbeite und als 2. Person Plural, wie z.B. nehmt, kommt oder lest. Gebildet wird der Imperativ aus der 1. Stammform (dem Infinitiv). Das Satzzeichen ist immer das Ausrufezeichen.

Bei den starken Verben ist der Imperativ im Singular endungslos (bring, lauf, geh), im Plural wird ein -t angehängt (bringt, lauft, geht). Gibt es einen e/i-Wechsel (ich gebe/ du gibst) oder e/ie-Wechsel (ich sehe/ du siehst), dann wird i bzw. ie im Imperativ Singular übernommen (gib, sieh).

Beispiele:

  • Bringt mir eure Hefte!
  • Lies den Abschnitt auf Seite 3!
  • Gib mir bitte die Würfel!
  • Geht bis zur Weggabelung!

Bei den schwachen Verben ist die Endung im Singular -e, das aber oft auch wegfällt. Im Plural wird -t oder -et angehängt.

Beispiele:

  • Arbeite nicht so viel!
  • Hol(e) mir bitte meine Brille!
  • Hört genau hin!
  • Spielt nicht zu wild!

Der Imperativ wird zwar eigentlich ohne Personalpronomen (ich, du, er, wir, ihr, sie) gebildet, eine Ausnahme stellt aber die Höflichkeitsform dar. Sie wird mit der 1. Stammform (dem Infinitiv) und Sie gebildet.

Beispiele:

  • Reichen Sie mir bitte die Butter!
  • Gehen Sie bitte weiter!
  • Schauen Sie sich das mal an!

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