Genitiv Erklärung

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Sonntag, 01. März 2020 um 17:16 Uhr

Dieser Artikel befasst sich mit dem Genitiv. Es wird erklärt, was man unter dem Genitiv versteht, wie man ihn bildet und erkennt. Zum besseren Verständnis gibt es Beispiele. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Deutsch.


Der Genitiv ist einer der vier Fälle (Kasus) des Nomens. Benötigt wird der Kasus, um Sätze zu bilden. Der Genitiv ist der 2. Fall. Er wird auch Wes-Fall genannt, da man nach ihm mit Wessen…? fragt. Die anderen Fälle sind Nominativ (1. Fall, Wer-Fall), Dativ (3. Fall, Wem-Fall), Akkusativ (4. Fall, Wen-Fall). Im Genitiv stehen können alle deklinierbaren Wortarten, also Nomen (Haus), Artikel (die, eine), Pronomen (ihr, mich, dieselbe, meine), Adjektive (niedlich) und Numerale (acht).


Beispiele Genitiv:
Der Hund meiner Schwester ist schwarz.
Frage: Wessen Hund ist schwarz?
Antwort: meiner Schwester (= Genitiv)

Goethes Werke sind weltberühmt.
Frage: Wessen Werke sind weltberühmt?
Antwort: Goethes (= Genitiv)

Der Täter wurde des Verbrechens überführt.
Frage: Wessen wurde der Täter überführt?
Antwort: des Verbrechens (= Genitiv)

Ich melde mich morgen wegen unseres Treffens.
Frage: Weswegen melde ich mich morgen?
Antwort: unseres Treffens (= Genitiv)

Hinweis:

Ihr möchtet dieses Thema noch etwas üben? Werft doch einfach einen Blick auf unsere Übungen zum Genitiv.

Genitiv einsetzen

Der Genitiv wird in verschiedenen Satzsituationen verwendet. Er kommt zum Einsatz als:

  • zweite Verbergänzung: Wir gedenken der Opfer in einer Schweigeminute.
  • Verb mit Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort): Er bediente sich einer List.
  • Präpositionalergänzung: Trotz des heftigen Regens gingen wir spazieren.
  • lokale Präpositionalergänzung (Ort): Das nächste Dorf befindet sich oberhalb des Sees.
  • Attribut (Ergänzung): Das Auto meiner Tante ist rot.
  • adverbiale Bestimmung (Umstandsbestimmung): Letzten Endes ist es doch egal.

Gebildet wird der Genitiv bei Nomen abhängig vom grammatischen Geschlecht (Genus). Ein männliches Nomen (der Ball) verändert im Singular (Einzahl) den Artikel und es wird -(e)s angehängt (des Balls), im Plural (Mehrzahl) ändert sich nur der Artikel im Vergleich zum Nominativ (der Bälle).

In wenigen Ausnahmefällen wird auch –(e)n anhängt (des Jungen, der Jungen). Genauso wie bei den männlichen verhält es sich bei den sächlichen Nomen (des Autos, der Autos). Bei den weiblichen Nomen ändert sich sowohl im Singular als auch im Plural nur der Artikel (der Hose, der Hosen).


Bei Eigennamen wird -s oder Apostroph angehängt (Lisas, Berlins, Lars‘, Heinz‘).

Kirsten Schwebel

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