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Die Rede: Sprachliche Mittel

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Donnerstag, 28. Dezember 2017 um 18:51 Uhr

In diesem Artikel möchten wir euch zeigen, wie ihr eine Rede schreiben könnt, die ihr vor einem Publikum vortragen müsst. Der Artikel stellt euch die fünf Schritte vor, die ihr befolgen könnt, um eure Rede zu schreiben. Natürlich ist dies keine strikte Vorgabe, denn jeder hat seinen eigenen Stil zu schreiben, es ist nur ein Vorschlag, wie ihr eure Rede gliedern und aufbauen könnt.

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Was ist eine Rede?

Eine Rede ist eine im Voraus überlegte, mündlich vorgetragene Mitteilung, von einer oder mehreren Personen, die an mehrere Personen gerichtet wird. Das bedeutet, dass der Redner den Zuhörern etwas vorträgt und ihnen einen Standpunkt wiedergeben kann. Eine Rede kann außerdem das Manuskript sein, welches vorgetragen wird.

Vor der Rede: Die wichtigsten Punkte, die man beachten sollte

Bevor man eine Rede beginnt, sollte man sich darüber klar werden, was man mit der Rede bezwecken will. Dazu muss geklärt werden, warum die Rede überhaupt gehalten wird, es muss also der Anlass betrachtet werden.
Der nächste Punkt wäre das Publikum, an das die Rede gerichtet wird. Welche Personen sind das, welchen Standpunkt haben diese Personen? Außerdem sollten natürlich der Ort und die Zeit ins Auge gefasst werden und beim Schreiben berücksichtigt werden.
Wichtig zu beachten ist auch, dass es sich bei einer Rede nicht um einen Vortrag handelt, sondern eine Rede auch persönliche Meinungen wiedergeben kann. Eine Rede ist durchaus auch die Wiedergabe emotionaler Standpunkte und kann dazu genutzt werden, das Publikum zu bewegen.

5 Schritte zur Rede

1. Inventio

Die erste Phase, um eine Rede zu schreiben, ist das Sammeln der Gedanken zu dem Thema der Rede. Dazu ist das Erstellen einer so genannten Mind Map der richtige Weg. Eine Mind Map ist eine Gedankenlandkarte, die das Ordnen von Gedanken erleichtert. Denn darum geht es in der ersten Phase des Redenschreibens. Assoziationen und Gedanken zu einem Thema sollen gesammelt und geordnet werden, es wird also ein Brainstorming gemacht.
Dazu kann das Thema als großes Wort in die Mitte eines Papieres geschrieben werden. Der nächste Schritt wären Gedankenstriche, mit denen verwandte Begriffe hinzugefügt und verknüpft werden. Dabei kann in Schriftgröße und –farbe unterschieden werden, um Wichtigkeiten hervorzuheben. Mit dieser Art der Variation wird die zweite Phase bereits eingeleitet.
2. Dispositio
Das Ordnen und Gliedern einer Rede ist der zweite Schritt, den wir euch vorschlagen möchten, um eine gute Rede zu schreiben. Dazu solltet ihr euch klar werden, dass eine geordnete Struktur und klare Linie in eurer Rede unbedingt notwendig ist, um die Rede interessant und gut werden zu lassen. Dazu ist das Teilen der Rede in drei verschiedene Abschnitte die sinnvollste Art und Weise etwas zu gliedern. Das „Einleitung-Hauptteil-Schluss“-Schema bietet euch eine gute Grundlage, um zu gliedern. Wichtig für eine gute Rede ist auch ein zentraler Punkt, an dem entlang ihr die Rede aufbauen könnt. Man nennt diesen Einstieg auch „Aufhänger“, da es ein besonders wichtiger Punkt zum Aufbau der Rede sein kann. Außerdem sollte ein treffender Schlusssatz noch einmal eingebracht werden, um das Publikum zu überzeugen.
Die Ausformulierung einer Rede ist der nächste Schritt, um eine Rede zu schreiben. Das bedeutet, dass die im ersten Schritt gesammelten Gedanken und Ideen nun in zusammenhängende Sätze gebracht werden müssen und natürlich auf Verständlichkeit überprüft werden müssen. Ihr solltet also auf

  • Sprachrichtigkeit
  • Prägnanz
  • Kürze
  • Einfachheit


achten. Diese Punkte leiten automatisch den nächsten Punkt, die Ausformulierung und Gliederung der Rede, ein. Dies wird auch Elocutio genannt.
3. Elocutio
Dieser Schritt des Verfassens einer Rede ist das Ausformulieren der gesammelten Gedanken. Dabei sollte auf verschiedene Punkte geachtet werden.
Sprachrichtigkeit
Die sprachlichen Gestaltungsanforderungen richten sich nicht nur auf die Wortwahl, sondern auch auf Satzbau und den Einsatz von rhetorischen Figuren (siehe rhetorische Figuren).
Prägnanz
Wichtig zu wissen ist, dass bei der Wortwahl auf komplizierte Fremdwörter, die nicht gebräuchlich sind, verzichtet werden sollte, genauso wie vorsichtig mit Fachbegriffen umgegangen werden sollte.
Kürze
Der Satzbau sollte mit einfachen, kurzen Sätzen abgehandelt werden, schwer verständliche und langatmige Konstruktionen sollten vermieden werden.
Einfachheit
Mit rhetorischen Figuren sollte die Rede ausgeschmückt sein, allerdings nicht übertreiben, denn die funktionale Verwendung steht im Vordergrund.
4. Memoria
Der vierte und damit vorletzte Schritt, den wir euch vorstellen möchten, ist das Einprägen und Behalten der Rede. Dieser Schritt wird Memoria genannt und bedeutet, dass ihr darauf achten sollt, eine Rede möglichst frei vorzutragen. Ablesen einer Rede kommt beim Publikum nicht gut an und hinterlässt oft einen schlechteren Eindruck. Man sollte sich also mit den wichtigsten Kernaussagen vertraut machen und auch den Wortlaut der Rede gut wissen. Der freie Vortrag lebt von einer Lebendigkeit, es ist mehr Blickkontakt zum Auditorium gewährleistet und es gibt viel mehr Natürlichkeit in der Mimik und Gestik. Man kann außerdem besser auf das Publikum reagieren.
Es gibt drei Möglichkeiten, eine Rede zu behalten, bzw. wieder aufzugreifen:
Stichwortgliederung
Unterstreicht in eurer Rede die wichtigsten Gedanken und unterscheidet farblich welche dabei besonders hervortreten. Der Leitgedanke sollte am wichtigsten sein und deshalb auch am markantesten markiert werden. Auf Karteikarten notiert, bilden diese wichtigsten Punkte eine gute Grundlage, um die Rede später wiederzugeben.
Loci-Methode
Mit Hilfe von bildlichen Begleitvorstellungen ist es oft leichter, sich eine Rede zu behalten. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, sich einen vertrauten Raum vorzustellen und die wichtigsten Ideen der Rede an vertrauten Orten abzulegen. Man geht durch den Raum und sammelt die Gedanken nach und nach wieder auf.
Man kann die einzelnen Begriffe auch auf einzelne Karteikarten schreiben und diese an vertrauten Orten im Zimmer oder in der Wohnung aufhängen. Beim Vorbeilaufen prägt man sich dann die Gedanken immer wieder ein.
Visual-Organizer
Bei dieser Methode werden wichtige Schlüsselwörter in Bilder, Symbole oder Figuren übersetzt. Diese zusammengefasst, ergeben ein Bild. Dabei können Grundmuster wie Baum, Kompass oder Straßen eine Grundlage bilden, auf der sich das weitere Bild aufbaut.


5. Actio
Der letzte Schritt in unserem Wegweiser zum Schreiben und Vortragen einer Rede, ist die Action. Hier geht es darum, wie ihr euch dem Publikum präsentiert. Dazu möchten wir euch Tipps geben, die natürlich keine Garantie für einen perfekten Vortrag sind. Es sind Vorschläge, die euch helfen sollen, eine Grundstruktur in eure Rede zu finden und auszuführen.
Es ist sehr wichtig, ausreichend laut und deutlich zu sprechen. Auf keinen Fall sollte das Ziel der Rede sein, so schnell wie möglich damit fertig zu werden. Nehmt euch Zeit und betont die wichtigen Dinge besonders stark. Es soll ja darum gehen, einem Publikum etwas zu vermitteln.
Ihr solltet unbedingt darauf achten, deutlich und klar zu betonen. Monotonie ist für die Zuhörer ein Grund, wegzuhören und euch keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Es sollten auch Pausen entstehen, in denen das Publikum eigene Gedanken fassen kann und auch Antworten auf von ihnen gegebene Denkanstöße zu finden.
Blickkontakt zu den Zuschauern ist sehr wichtig. Damit gebt ihr ihnen das Gefühl, ein Teil eurer Rede zu sein.
Gestik und Mimik ist besonders wichtig, wenn ihr eure Argumente unterstützen wollt.

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