Pronomen (Deutsch)

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Dienstag, 11. August 2020 um 19:22 Uhr

Dieser Artikel befasst sich mit den Pronomen. Es wird erklärt, was man unter einem Pronomen versteht, welche Arten von Pronomen es gibt und wie man sie dekliniert (beugt). Zum besseren Verständnis gibt es Beispiele und es gibt einen Test zu den Pronomen. Dieser Artikel gehört zu unserem Bereich Deutsch.


Pronomen sind so genannte Fürwörter und sie haben zwei Aufgaben. Entweder stehen sie für ein Nomen (Stellvertreter) oder sie begleiten ein Nomen und bestimmen es damit genauer (Begleiter).

Beispiele Stellvertreter und Begleiter:
Susi hat ein neues Auto. Ihr gefällt besonders seine Farbe. Es ist nämlich blau. Das ist ihre Lieblingsfarbe. Irgendwelche Extras hat es nicht. Sie sagt immer: „Hauptsache, es fährt.“

Es gibt sieben verschiedene Arten von Pronomen: Personalpronomen (persönliches Fürwort: ich, du), Possessivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort: mein, dein), Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort: mich, dich), Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort: dies, jener), Indefinitpronomen (unbestimmtes Fürwort: man, einige), Relativpronomen (bezügliches Fürwort: die, was, welches) und Interrogativpronomen (Fragefürwort: wer, welchen). Im Folgenden gehen wir auf alle ein.

Personalpronomen

Das Personalpronomen ist das persönliche Fürwort. Es übernimmt die Stellvertreterfunktion für Nomen. Die Personalpronomen sind: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Die folgende Tabelle zeigt, wie sie dekliniert werden.

Personalpronomen Singular

Personalpronomen Plural

Beispiele Personalpronomen:

  • Gestern bin ich auf einen Baum geklettert. Er steht im Garten der Nachbarn.
  • Ich mag dich.
  • Wir wurden von ihm gelobt.

Mehr findet ihr unter Personalpronomen unter Personalpronomen Aufgaben / Übungen.

Possessivpronomen


Das Possessivpronomen ist das besitzanzeigende Fürwort. Es gibt Besitzverhältnisse an (unser Haus), wobei es aber nicht immer um wirklichen Besitz geht (Da kommt mein Zug.). Fast immer begleitet es Nomen. Es gibt so viele Possessivpronomen wie Personalpronomen. Sie lauten: mein, dein, sein, ihr, sein, unser, euer, ihre. Die folgende Tabelle zeigt, wie sie dekliniert werden.

Possessivpronomen Singular

Possessivpronomen Plural

Beispiele Possessivpronomen:

  • Da liegt eine Mütze. Es ist meine.
  • Wo ist deine Katze?
  • Unsere Nachbarn grillen heute.
  • Die Klasse verabschiedet sich von ihrem Lehrer.
  • Holt eure Bücher raus!
  • Wegen deines Verhaltens muss ich deine Eltern anrufen.

Mehr dazu unter Possessivpronomen und Possessivpronomen-Test (Aufgaben und Übungen).

Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen ist das rückbezügliche Fürwort und zeigt an, dass sich etwas auf das Subjekt rückbezieht. Subjekt und Objekt sind also dasselbe (Ich freue mich.). Gebildet wird es weitestgehend wie das Personalpronomen, nur in der 3. Person Dativ und Akkusativ lautet die Form „sich“.

Reflexivpronomen Singular

Reflexivpronomen Plural

Beispiele Reflexivpronomen:

  • Ich helfe mir schon selbst.
  • Ihr müsst euch den Text genau durchlesen.
  • Er mach sich schick.

Mehr dazu unter Reflexivpronomen und Reflexivpronomen-Test (Aufgaben und Übungen).

Demonstrativpronomen

Das Demonstrativpronomen ist das hinweisende Fürwort. Es ist entweder auswählender und verstärkender Begleiter eines Nomens oder dessen Stellvertreter (wie das Personalpronomen). Zu den Demonstrativpronomen gehören: dies, dieser, jener, der, derjenige, (ein) solcher, derselbe und selbst.

Beispiele Demonstrativpronomen:

  • Begleiter: Können Sie dieses Waschbecken reparieren? Wir gehen in dieselbe Klasse. Ich mag solche Sachen nicht.
  • Stellvertreter: Derjenige, der die Aufgabe als erstes löst, hat hausaufgabenfrei. Diese ist sehr schwierig. Wenn ich den erwische! Selbst ist die Frau!

Mehr dazu unter Demostrativpronomen und Demonstrativpronomen Aufgaben / Übungen.

Indefinitpronomen

Das Indefinitpronomen ist das unbestimmte Fürwort und bezeichnet ganz allgemein Mengen von etwas, die nicht näher bestimmt sind. Es kann Stellvertreter oder Begleiter sein. Zu den Indefinitpronomen gehören: einer, irgendeiner, irgendjemand, jemand, mancher, keiner, jeder, jedermann, jeglicher, viele, wenig, alle, einige, etliche, irgendwelche, ein, etwas, man, irgendetwas, nichts und niemand. Grundsätzlich sind Indefinitpronomen deklinierbar, außer man, etwas und nichts.

Beispiele Indefinitpronomen:

  • Stellvertreter: Ich vertraue nicht jedem. Alle machen das. Keiner kümmert sich um mich. Gib mir irgendetwas. Das will niemand wissen.
  • Begleiter: An manchen Tagen schaffe ich alles. All meine Gedanken sind bei ihr. Die Kinder machen viel Lärm. Da kann man nichts machen.

Mehr dazu unter Indefinitpronomen und Indefinitpronomen Aufgaben / Übungen.

Relativpronomen

Das Relativpronomen ist das bezügliche Fürwort und hängt von einem Bezugswort ab, auf das es sich bezieht. Dabei ist es meistens Stellvertreter und seltener Begleiter. Es leitet einen Nebensatz ein. Zu den Relativpronomen gehören: welcher, der, wer, mit der.

Beispiele Relativpronomen:

  • Das Auto, welches dort fährt, ist rot.
  • Das sind die Blumen, die ich ausgesät habe.
  • Alle Leute, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr freundlich.
  • Ich weiß, welcher Pulli dir gefallen könnte. (Begleiter)

Mehr dazu unter Relativpronomen und Relativpronomen Aufgaben / Übungen.

Interrogativpronomen

Das Interrogativpronomen ist das Fragefürwort. Es leitet eine Frage ein und kann Stellvertreter oder Begleiter sein. Zu den Interrogativpronomen gehören: wer, was, welcher, was für ein.

Beispiele Interrogativpronomen:

  • Stellvertreter: Was hast du gesagt? Welcher ist für mich? Wer hat geklingelt? Wem gehört diese Jacke? Wen willst du später treffen?
  • Begleiter: Welchen Stift willst du? Was für eine Suppe ist das? Welche Tür ist die richtige?

Mehr dazu unter Interrogativpronomen und Interrogativpronomen Aufgaben / Übungen.


Autorin: Kirsten Schwebel