Kabale und Liebe: Frau Miller – Charakterisierung

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Mittwoch, 12. August 2020 um 15:45 Uhr

Frau Miller ist Luises Mutter und die Ehefrau des Stadtmusikanten Miller. Sie ist sehr eingebildet und strebt nach Luxus und einer höheren Stellung. Die folgende Charakterisierung geht ausführlich auf Frau Miller ein.


Frau Miller lebt zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter Luise in einem Haus in der Stadt. Sie ist eher faul und träge, denn sie sitzt am späten Vormittag immer noch im Nachtgewand am Tisch, während ihre Tochter Luise bereits den Gottesdienst besucht. Ihr selbst ist Religion nicht wichtig, da sie ihre Tochter nicht begleitet. Sie legt dagegen Wert auf Luxusgüter wie Kaffee und Schnupftabak, die sich die Millers eigentlich nicht leisten können. Sie waren ein Geschenk von Ferdinand, dem Geliebten von Luise.


Im Gegensatz zu ihrem Mann befürwortet sie die Beziehung der beiden. Sie sieht Luise schon als Ehefrau des adligen Majors von Walter und sich selbst als die geachtete Mutter, die in höheren Kreisen verkehrt. Daher versucht sie möglichst oft französische Ausdrücke zu benutzen, die sie allerdings falsch ausspricht und dadurch ihre vermeintliche Bildung ins Lächerliche zieht.


Sie versteigt sich so sehr in das Wunschdenken einer Madame, dass sie jeglichen Realitätssinn ausblendet, denn eine Hochzeit ihre Tochter über Standesgrenzen hinweg ist zur damaligen Zeit nicht möglich. Sie prahlt sogar vor Wurm, der Luise heiraten möchte, mit ihren Plänen und der Liebesbeziehung ihrer Tochter. Sie denkt nicht an die Konsequenzen, denn Wurm ist der Sekretär des Präsidenten und dieser ist Ferdinands Vater.


Erfährt der von der Beziehung, käme die Familie in Verruf und Luise könnte im schlimmsten Fall als Hure enden. Frau Miller sind diese Folgen aber erstmal egal, denn sie lässt sich von ihrem Mann nicht von den Prahlereien gegenüber Wurm abhalten. Ihr angeberisches Verhalten führt letztlich zur Katastrophe, da es der Ausgangspunkt für alle folgenden Ereignisse ist.

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Frau Miller Charakterisierung


Zu ihrem Mann hat Frau Miller kein herzliches Verhältnis, da er völlig andere Vorstellungen hat wie sie. So hat sie es erst ermöglicht, dass sich Luise und Ferdinand näherkommen, indem sie ihrer Tochter viele Freiheiten gelassen hat und sie in ihrer Schwärmerei noch unterstütz hat. Ihr gefallen beispielsweise die schönen Liebesbriefe Ferdinands und die Bücher, die er Luise geschenkt hat.


Das zeigt, dass sie selbst gerne so umworben werden würde. Von Miller bekommt sie aber nur noch Verachtung für ihr Verhalten und wird beschimpft. Sie versucht sich durch ihre Prahlerei vor Wurm von ihrem Mann zu emanzipieren, scheitert aber, da er ihr den Mund verbietet.


Sie verhält sich insgesamt eher dumm, da sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht reflektiert. Als dann der Präsident vor der Tür steht und die ganze Familie festnehmen will, wirft sie sich ihm zu Füßen und fleht um Gnade. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der kämpft, durchschaut sie hier, dass sie gegen den Präsidenten keine Chance haben. Von Miller wird sie für ihren schwachen Charakter verachtet.


Autorin: Kirsten Schwebel



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