Nathan der Weise: Familiengeschichte

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Donnerstag, 28. Dezember 2017 um 18:52 Uhr

Dieser Artikel befasst sich mit der gesamten Familiengeschichte, die sich erst am Ende erschließt. Hier erfahrt ihr in möglichst chronologischer Reihenfolge, was passiert ist. Das erleichtert das Verständnis, da die Verwicklungen sehr kompliziert sind und man schnell mal etwas verwechselt.


Alles beginnt in Palästina. Hier leben die fünf Geschwister Saladin, Lilla, Assad, Melek und Sittah als Kinder des Sultans. Saladin übernimmt als ältester Sohn die Herrschaft, während der Vater sich auf eine Burg im Libanon zurückzieht. Assad ist als junger Mann insbesondere an christlichen Mädchen interessiert und diese auch an ihm, so dass daraus Gerüchte entstanden sind, die aber nur angedeutet werden.


Eines Morgens will Assad ohne Begleiter ausreiten, aber seine Schwester Lilla will ihn nicht gehen lassen. Sie umarmt ihn mehrfach und möchte, dass er bei ihr bleibt. Er schenkt ihr daraufhin ein kleines Bild, das ihn zeigt und reitet davon. Von diesem Ausritt kehrt er nie zurück und Lilla macht ihrem Bruder Saladin Vorwürfe und kann ihm nicht verzeihen, dass er es zugelassen hat, dass Assad ohne Begleitung ausreitet. Sie stirbt bald darauf aus lauter Gram und Saladin macht sich selbst ebenfalls Vorwürfe, da er nun zwei Geschwister verloren hat.


Assad ist aber nicht gestorben, sondern er konvertiert zum Christentum und nennt sich nun Wolf von Filnek. Außerdem verliebt er sich in die Schwester von Conrad von Stauffen und heiratet sie. Sie leben in Deutschland und bekommen einen Sohn namens Leu. Allerdings fühlen sie sich in Deutschland nicht wohl und ziehen zurück nach Palästina. Den kleinen Leu lassen sie beim Bruder der Mutter zurück, damit dieser ihn erzieht. Zurück in der Heimat bekommen sie ein zweites Kind, eine Tochter namens Blanda. Die Mutter stirbt bei der Geburt des Mädchens und Blanda wird wenig später vom Reitknecht des Vaters zu Wolfs Freund und Waffenbruder Nathan gebracht, da Wolf/Assad in den Krieg ziehen muss und sie nicht mitnehmen kann.

Er stirbt kurz darauf in einer Schlacht bei Askalon. Als Wolf von Filnek nach seinem Tod begraben wird, nimmt der Reitknecht ein Brevier (Gebetbuch) seines Herrn an sich, da er denkt, dass ein Christ so etwas gut gebrauchen kann, auch wenn er selbst gar nicht lesen kann. Es zieht ihn dann in die Einsamkeit und lebt etwa 18 Jahre lang als Eremit in der Nähe von Jericho, bis er von Arabern überfallen und verschleppt wird. Ihm gelingt allerdings die Flucht und er rettet sich nach Jerusalem in die Obhut des Patriarchen. Dort lebt er nun als Laienbruder im Kloster, bis eine Siedelei auf Tabor frei wird und er wieder als Eremit leben kann. In der Zwischenzeit muss er Aufträge für den Patriarchen erfüllen, was ihm zuwider ist. Aber er tut es aus Gehorsam und Pflichterfüllung.


Verluste und neue Familienmitglieder

Ungefähr zur Zeit der Schlacht um Askalon, bei der Assad stirbt, bringt Nathan seine Frau und seine sieben Söhne zu seinem Bruder nach Darun, da die Juden von den Christen verfolgt werden. Allerdings bringt dies keine Rettung für sie, da Christen das Haus des Bruders anzünden, während sich alle außer Nathan darin befinden. ER verliert seine gesamte Familie und hadert daraufhin mit Gott. Er kleidet sich in einen Sack und wirft sich in den Staub. Er weint und macht Gott Vorwürfe. Aber nach drei Tagen ist er bereit, wieder nach vorne zu sehen und genau da steht der Reitknecht mit dem wenige Wochen alten Baby vor ihm und überreicht ihm dieses.


Wolf lässt Blanda zu Nathan bringen, weil er sich darauf verlassen kann, dass seine Tochter bei seinem Freund in guten Händen ist. Dies ist auch der Fall, da Nathan die Kleine wie sein eigenes Kind aufzieht und sie genauso liebt. Er nennt sie Recha und erzieht sie im jüdischen Glauben. Außerdem nimmt er die Christin Daja als Erzieherin für Recha in seinen Haushalt auf. Sie ist eine schweizerische Kreuzfahrerwitwe, die mit ihrem Mann nach Palästina kam und dort blieb, nachdem ihr Mann zusammen mit Kaiser Friedrich in einem Fluss ertrank. Daja weiß von Rechas Amme, dass ihr Schützling Christin ist und es fällt ihr immer schwerer, dem Mädchen nichts davon zu sagen. Nathan kann sie allerdings immer wieder mit teuren Geschenken zum Schweigen überreden.


Leu von Filnek wächst währenddessen unter dem Namen Curd von Stauffen auf und wird Tempelritter wie sein Onkel. Dieser stirbt auf einem Kreuzzug. Sein Neffe kommt als Verstärkung des Ordens während des dritten Kreuzzuges ins Heilige Land und wird während einer Schlacht von den Truppen Saladins zusammen mit 19 anderen Kreuzrittern gefangen genommen. Da er Saladin an seinen verschollenen Bruder Assad erinnert, begnadigt er ihn als einzigen der zwanzig Gefangenen. Der Tempelherr darf sich nun frei in Jerusalem bewegen, bis Saladin entschieden hat, was weiterhin mit ihm geschieht.


Als es in Nathans Haus brennt, während sich dieser auf einer Geschäftsreise befindet, rettet er Recha aus den Flammen, ohne zu wissen, dass es sich um seine Schwester handelt. Nathan dankt ihm nach seiner Rückkehr und kann trotz der antisemitischen Einstellung des Tempelherrn dessen Freundschaft erringen. Bei einem Besuch in Nathans Haus verliebt er sich in Recha und will sie heiraten und auch sie hegt Gefühle ihm gegenüber, auch wenn diese eher freundschaftlich sind. Diese Entwicklung freut Daja, welche ebenfalls nicht weiß, dass die beiden jungen Leute Geschwister sind. Sie will, dass Recha wieder als Christin lebt und hofft, dass das junge Paar sie mit zurück nach Europa nimmt. Da Nathan einer Hochzeit noch nicht zugestimmt hat, treibt sie ihren Plan voran, indem sie erst dem Tempelherrn und später Recha über die christliche Herkunft des Mädchens aufklärt. Beim Tempelherrn führt dies zunächst zu Zorn auf Nathan, so dass er diesen beim Patriarchen anklagt, während Recha Verlustängste in Bezug auf ihren geliebten Vater plagen.


Der Tempelherr bereut seine unbesonnene Tat aber schnell und bittet Nathan um Verzeihung. Dieser nimmt ihn mit zu Saladin, wo sich bereits Recha aufhält, da Sittah nach ihr schicken ließ. Dort klärt sich die ganze Vergangenheit auf und alle freuen sich darüber, dass sie miteinander verwandt sind: Recha und der Tempelherr sind Geschwister und als Kinder von Saladins und Sittahs Bruder Assad deren Nichte und Neffe und Nathan will auch ein Vater für den Bruder seiner Tochter sein.

Hinweis:

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Autorin: Kirsten Schwebel

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