Kabale und Liebe: Zusammenfassung Akt 3

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Mittwoch, 12. August 2020 um 15:42 Uhr

In diesem Artikel findet sich eine detaillierte Zusammenfassung /Inhaltsangabe aller Szenen von Schillers Kabale und Liebe. Wenn du etwas inhaltlich nicht verstanden hast, kannst du es hier nachlesen.

3. Akt, 1. Szene
Der Präsident und sein Sekretär unterhalten sich über die vorangegangenen Ereignisse. Der Präsident meint, er hätte sich von Ferdinand besser nicht einschüchtern lassen sollen, da er nicht glaubt, dass sein Sohn ihn wirklich stürzen würde. Wurm beurteilt die Situation allerdings ganz anders.

Er erkennt deutlich, dass Ferdinand andere Ansichten von der Universität mitgebracht hat und er unfaire Mittel verabscheut. Sein Gerechtigkeitssinn könnte ihn sogar so weit bringen, seinen Vater zu stürzen. Außerdem zeigt Wurm dem Präsidenten auf, dass er sich seinem Sohn gegenüber ungeschickt verhalten hat. Er hätte ihm besser den liebenden Vater vorgespielt und hintenrum Zwietracht zwischen ihm und Luise gestiftet.


Da Wurm weiß, dass dem Präsidenten gerade das Wasser bis zum Hals steht, bietet er an, dass er dafür sorgt, dass Ferdinand Luise aufgibt und sich dem Willen seines Vaters fügt. Er führt dem Präsidenten diesen Plan auch direkt detailliert aus: Da Luise mit zärtlicher Liebe an ihrem Vater hängt, soll dieser eingekerkert werden und ein Prozess mit Hinrichtung anberaumt werden. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, soll auch die Mutter verhaftet werden.

Luise würde nun alles tun, um ihre Eltern zu retten und soll daher einen Liebesbrief an eine dritte Person schreiben und dieser Brief soll Ferdinand in die Hände fallen. Damit die Lüge nicht auffliegt, muss die gesamte Familie Miller einen Eid schwören, nichts zu verraten, sonst würden sie sterben. Für Wurm wäre dieser Plan ebenfalls von Vorteil, weil er durch eine Heirat mit Luise die Dankbarkeit der Millers erhielte, da er die verlorene Ehre der Tochter wiederherstellt.


Als geeigneten Adressaten des Liebesbriefes sieht der Präsident Hofmarschall von Kalb. Wurm geht, um den Brief zu formulieren und der Präsident lässt die Haftbefehle für die Millers zum Gericht bringen. Er betont, dass die Verhaftung heimlich und leise vonstattengehen muss.

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Kabale und Liebe: Zusammenfassung: 3. Akt, 2. Szene


Der Hofmarschall kommt gerade, als der Präsident mit ihm sprechen möchte. Er erzählt ihm, dass Ferdinand Lady Milford nicht heiraten will, da er eine andere Frau liebt. Er erklärt außerdem, dass Ferdinand sich auch nicht zur Ehe zwingen lässt und sogar gedroht habe, seinen Vater und den Hofmarschall zu stürzen, indem er offenlegt, welche Dokumente sie gefälscht haben, um aufzusteigen. Der einzige Bewerber um die Lady sei der Obermundschenk von Bock.

Dieser ist der Todfeind des Hofmarschalls. Hintergrund ist eine alte Geschichte, die 21 Jahre her ist. Auf einem Hofball schnappte von Bock seinem Rivalen von Kalb ein Strumpfband vor der Nase weg, das Prinzessin Amalie verloren hatte. Er gab es ihr zurück und erhielt ihren Dank. Außerdem ruinierte ihm von Bock auch noch die Frisur. Dies trägt ihm der Hofmarschall bis heute nach.


Da von Kalb seine Stellung nicht verlieren will, ist er bereit alles zu tun, was der Präsident möchte. Dieser schlägt ihm daher vor, Ferdinand und Luise zu entzweien, indem er den Liebhaber von Luise mimt und zufällig den fingierten Liebesbrief in Ferdinands Nähe verliert. Der Hofmarschall ist erst skeptisch, aber als der Präsident ihm seine Entlassung vom Hof in düsteren Farben ausmalt, verspricht er am Abend wiederzukommen und den Brief abzuholen.


Kabale und Liebe: Zusammenfassung: 3. Akt, 3. Szene bis 5. Szene

3. Szene

Wurm und der Präsident besprechen den aktuellen Stand ihres Planes. Es läuft alles zu ihrer Zufriedenheit, da die Millers verhaftet sind, der Entwurf des Briefes steht und auch der Hofmarschall ihren Plan unterstützen wird.


4. Szene
Ferdinand möchte gerne mit Luise weggehen, damit sie endlich zusammen glücklich sein können. Dabei ist es ihm egal, wo sie sind, so lange sie einander haben. Luise wirft ein, dass sie ihren Vater nicht allein lassen kann, zumal er die Rache des Präsidenten abbekommen wird. Ferdinand versucht ihre Bedenken zu zerstreuen, da er plant, ihren Vater mitzunehmen.

In der folgenden Nach wird um ein Uhr ein Wagen kommen und sie abholen. Ferdinand will in der Zwischenzeit Geld besorgen. Luise ist aber nicht bereit, ein Leben auf der Flucht, verfolgt vom Hass des Präsidenten zu führen. Sie will Ferdinand und ihre Träume von einem unstandesgemäßen Zusammensein lieber aufgeben. Sie stellt damit ihr Pflichtgefühl über ihre Liebe. Ferdinand kann das nicht verstehen und unterstellt ihr in seiner Eifersucht einen anderen Liebhaber. Wütend verlässt er sie.

5. Szene

Luise ist nun allein und macht sich Sorgen um ihren Vater, der nur kurz wegwollte und nun schon seit fünf Stunden nicht zurückgekommen ist. Während sie grübelt, betritt Wurm unbemerkt den Raum und hört, dass sie etwas Schlimmes befürchtet.


Kabale und Liebe: Zusammenfassung: 3. Akt, 6. Szene


Als Luise Wurm bemerkt, ist sie ihm gegenüber voller Verachtung, da sie ahnt, dass er dem Präsidenten von ihrer Beziehung mit Ferdinand erzählt hat. Sie erfährt von ihm, dass er von ihrem Vater geschickt wurde, der, ebenso wie ihre Mutter, im Gefängnis sitzt. Der Grund für die Verhaftung ist Majestätsbeleidigung, da er den Präsidenten als Stellvertreter des Herzogs verächtlich behandelt hat. Über Ferdinand erfährt sie, dass dieser entweder Lady Milford heiratet oder enterbt wird und das Land verlassen muss.


Luise verachtet Wurm dafür, wie er mit Menschen spielt und ihnen schlimme Nachrichten überbringt. Erst auf Nachfrage hin erfährt sie, dass ihren Vater ein Prozess auf Leben und Tod erwartet. Sie will deshalb zum Herzog gehen, um diesem klarzumachen, welches Elend er seinen Untertanen bringt, wobei sie aber weiß, dass sie keine Gnade für ihren Vater erwirken kann.

Wurm will sie davon abhalten, da der Herzog ja gar nichts von den Geschehnissen weiß, und rät ihr nun, dorthin zu gehen. Allerdings macht er ihr klar, dass der Herzog als Gegenleistung von ihr fordern wird, mit ihm das Bett zu teilen. Damit packt er Luise bei ihrer Ehre. Sie wäre bereit für ihren Vater zu sterben, aber sie kann nicht so eine große Sünde für ihn begehen. Daher geht sie nicht zum Herzog.


Wurm tut dagegen so, als ob er zu ihrem Vater gehen und sagen will, dass sie ihn nicht retten will. Da hält Luise ihn auf und Wurm merkt, dass sie nun soweit ist, bei seinem Plan mitzumachen. Er erklärt ihr, dass sie ihre Eltern retten kann, wenn Ferdinand sie freiwillig verlässt und sie für diesen Zweck einen Brief an den Henker ihres Vaters schreiben muss. Während Wurm ihr den Brief diktiert, will sie mehrfach abbrechen, aber Wurm macht ihr subtil klar, dass dann das Todesurteil für ihren Vater besiegelt ist. Das bewegt sie dazu, den Brief fertig zu schreiben.

Der Brief lautet folgendermaßen: „Gnädiger Herr, schon drei unerträgliche Tage sind vorüber und wir sahen uns nicht. Halten Sie sich deswegen an den Major, der mich den ganzen Tag wie ein Argus hütet. Wir haben gestern den Präsidenten im Haus gehabt. Es war possierlich zu sehen, wie der gute Major um meiner Ehre sich wehrte. Ich nahm meine Zuflucht zu einer Ohnmacht, dass ich nicht laut lachte. Aber bald wird mir die Maske unerträglich. Wenn ich nur loskommen könnte. Morgen hat er den Dienst. Passen Sie ab, wenn er von mir geht und kommen Sie an den bewussten Ort zu ihrer zärtlichen Luise.“


Nachdem sie fertig geschrieben hat, erfährt sie, dass der Brief für Hofmarschall von Kalb ist. Sie kennt ihn nicht einmal. Wurm hat Mitleid mit Luise und deutet an, sie heiraten zu wollen. Sie schleudert ihm ihre ganze Verachtung ins Gesicht, indem sie sagt, dass sie ihn in der Hochzeitsnacht umbringen würde und sich dann mit Freuden hinrichten lassen würde. Wurm geht nicht weiter darauf ein und bittet sie mitzukommen, um vor Gott einen Eid zu schwören, dass sie stets behauptet, den Brief freiwillig geschrieben zu haben.



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